Begegnungen und Erlebnisse in Worten und Bildern..
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"KarSo-unterwegs" Begegnungen und Erlebnisse in Worten und Bildern.
"KarSo-unterwegs" Begegnungen und Erlebnissein Worten und Bildern. 

"SCHLOSS DRACHENBURG"

Königswinter

Nordrhein-Westfalen

"In einem Schloss zu wohnen"

Wer von uns hat sich das nicht schon einmal vorgestellt.

Eine spannende Reise in die ereignisreiche Geschichte von

"SCHLOSS DRACHENBURG"

die noch lange nicht zu Ende ist.

 

Die Geschichte von

"SCHLOSS DRACHENBURG"

beginnt 1882.

"STEPHAN VON SARTER"  (1833  - 1902)

der Sohn eines Gastwirts aus Bonn, erwarb mit Börsenspekulationen in Paris ein sehr grosses Vermögen.

Den Wunsch, einen repräsentativen Wohnsitz in der Nähe von Bonn zu besitzen, setzte er kurzerhand in die Tat um und  ließ Schloss Drachenburg auf  einer Anhöhe unterhalb des

"DRACHENFELS"

in einer Rekordzeit von zwei Jahren erbauen.

1882 war die Grundsteinlegung und 1884 die Fertigstellung.

 

(Foto  by Wikipedia)

Das Schloss wurde, für die damalige Zeit sensationell, mit Gasbeleuchtung und einer Zentral-u. Fussbodenheizung ausgestattet. Mit Hilfe von Schächten in den  Fussböden und den Wänden, erhielten die pompösen Gemächer ein komfortables Raumklima.

Ich stehe in der

"VORBURG".

1883 erbaut, diente die Vorburg als Hauptzufahrt zum Schloss. In den unteren Bereichen wurden wohl die Pferde und Kutschen der Besitzer und Gäste untergebracht. 

Sie war, bedingt durch Kriegsschäden und Witterungseinflüsse, jahrelang in einem katastrophalen Zustand.

1998 begannen umfangreiche Sanierungs-u. Umbauarbeiten.

Der Innenhof erhielt ein Stahl-Glasdach.

Heute sind in der Vorburg, ein Museum, Museumsshop, Bistro und Büroräume untergebracht.

Seit 2010 befindet sich  im Erdgeschoss und in der ersten Etage des Nordflügels eine Dauerausstellung des

"Museums zur Geschichte des Naturschutzes"

Auf dem Weg zum Schloss gehe ich über die Terrasse und habe schon von hier aus sensationelle Ausblicke auf

den    "PETERSBERG",    auf    "BONN",    den    "RHEIN"    und    "KÖLN".

Am Uhrenturm vorbeigehend sehe ich schon die prachtvollen vergoldeten Hirsche und die Venusterrasse.

1931 wurde das Schloss in ein Jungeninternat umgewandelt. Da in den Augen der damaligen Hausherren, -den Christlichen Schulbrüdern,- die Skulptur der Venus zu unzüchtig erschien, wurde sie kurzerhand entfernt und durch eine Figur mit langem Gewand ersetzt. 

Ein paar Schritte weiter und ein paar Stufen später, betrete ich das Schloss durch das Hauptportal.

1942 zog die -Adolf-Hitler-Schule- hier ein.. Der prachtvolle Portikus wurde entfernt und durch eine breite Treppe ersetzt. Erst viel später konnte der Originalzustand wiederhergestellt werden.

Aber vorab steige ich die Stufen zu dem kleinen Museum hinab um noch etwas mehr über die wechselvolle Geschichte zu erfahren.

Dort stehen Schautafeln auf denen die Besitzer des Schlosses und ihre Geschichte erläutert wird. 

An den Schlossmodellen kann man anhand der Beleuchtung die bisherigen Renovierungen nachvollziehen..

Der Sessel ist der sogenannte Thronsessel Ludwig XIV. aus dem Nachlass von

 "Paul Spinat"

(03.11.04-23.11.89)

Kurze Zeit später, in dem prunkvollen

"HAUPTTREPPENHAUS",

welches mit viel Marmor, Kandelabern und über und über mit Wandbemalungen ausgestattet ist, muss ich erst einmal tief Luft holen.

Nein, nicht wegen der vielen Treppen, sondern wegen des überwältigenden Anblicks.. 

Ursprünglich waren es vierundzwanzig monumentale Gemälde. Sie zeigten Portraits von acht deutschen Kaisern und Stationen der deutschen Geschichte. Leider haben nicht alle die Wirren der Zeit überstanden und man ist immer noch auf der Suche nach verschollenen Gemälden und Möbeln..

Durch den

"EMPFANGSSAAL".

betrete ich im unteren Bereich die Repräsentationsräume.

Begleitet mich in das imposante

"SPEISEZIMMER".

Hier wartet eine sehr edel gedeckte Tafel, vor dem grossen Marmorkamin, darauf, das man an ihr Platz nimmt. Sehenswert, durch die offenen Flügeltüren, der endlose Blick vom Kopfende des Tisches durch mehrere Räume bis zum Ende der Kunsthalle.

Die Wände sind fast ausschliesslich mit Jagdmotiven versehen. Besonders beeindruckt hat mich die Jagdszene über dem Schrank. Überwiegend sind die Gemälde auf Leinwand gemalt und dann an die Wände geklebt worden.

Da das normale Treppenhaus für das Personal tabu war, hatte es einen eigenen Flur zu den Gemächern der Herrschaften. Durch Geheimtüren, versteckt in der Täfelung, konnten die Dienstboten unauffällig die Räume betreten und ihren Aufgaben nachgehen.

(Über diese geheimen Gänge werde ich später noch gehen.)

Das

"NIBELUNGENZIMMER"

mit seinen prachtvollen Gemälden. Darauf sind Szenen aus dem Nibelungenlied abgebildet.. Wenn der Baron damals schon über die heutige Technik verfügt hätte, würde er hier bestimmt auf dem Sofa sitzen, zwischendurch mal auf das Gemälde mit "Siegfried" schauen und sich den fantastischen Film

"RING OF THE NIBELUNGS"

von 2004 ansehen.

Das ist eines der vielen verschwunden Gemälde, welches durch einen glücklichen Zufall in einem Auktionsportal entdeckt und zurückgekauft werden konnte.

Danach habe ich mir das   

 "BILLIARDZIMMER",    das "JAGDZIMMER"  und die   "BIBLIOTHEK"

angesehen.

Das

"KNEIPZIMMER"

war der Treffpunkt "der Herren" zu einem geselligen Beisammensein.

Die Deckenmalereien wurden 1931 übertapeziert, da sie wiederum

-den Christlichen Schulbrüdern- für ein Jungeninternat zu freizügig erschienen.

Dank langjähriger Restaurierungsarbeiten erstrahlen sie wieder in voller Pracht.

Die

"KUNSTHALLE"

Nach Renovierung und Dank einer grosszügigen Spende konnten einige der wunderbaren Glasfenster wieder rekonstruiert und hergestellt werden. Die Schablonenmalereien tragen mit zum perfekten Ambiente bei.

Hinter dieser tollen Aussenfassade verbirgt sich die Kunsthalle. Auch die im Krieg zerstörte Kuppel wurde im Rahmen der Sanierung komplett neu aufgebaut.

In der Kunsthalle finden regelmässig musikalische Veranstaltungen statt. Sie kann aber auch für Feiern jeder Art angemietet werden.

Eigentlich brauche ich jetzt erst einmal eine Pause und einen Kaffee um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Aber da es ja schon früh dunkel wird und ich auch noch den Dachboden erkunden möchte, geht es jetzt weiter in die Privaträume.

Das wird noch spannend.

Wieder über das Haupttreppenhaus geht es nach oben in den 

       "MUSIKSAAL"

1971 kaufte der Industrielle "PAUL SPINAT" Schloss Drachenburg, welches damals nach langem Leerstand in einem völlig desolaten Zustand war und sogar abgerissen werden sollte.

Er richtete das Schloss teilweise neu nach seinem Geschmack ein und ließ die zerstörten Gemälde von Kunststudenten restaurieren.

(Der Unterschied zwischen den originalen-  und  den restaurierten Bereichen, ist bei näherem Hinschauen sehr deutlich zu erkennen).

So stattete er den Musiksaal mit einer, auf den ersten Blick, gewaltigen Orgel aus. Diese Orgel ist allerdings nur eine gut gemachte Attrappe.

Es gab Veranstaltungen auf denen er vorgab auf dieser Orgel zu spielen. Aber die Musik kam vom Band.

Da ich über das, nur zu bestimmten Anlässen zugängliche, Treppenhaus auch die Galerie der Orgel besichtigen konnte, ein Foto von oben auf den Musiksaal.

Der Glockenflügel von der Firma "Ibach"ist echt und eine Besonderheit,

da er nur sechsmal gebaut wurde.

Ein weiteres Zimmer wurde ganz nach dem Geschmack des extravaganten Spinat eingerichtet. Das sogenannte

"FREMDEN-SCHLAFZIMMER"

im Nordturm.

An der Decke befindet sich ein Gemälde, das an

"Die Erziehung Amors durch Venus und Merkur" erinnert. 

Spinat ist auf diesem Gemälde als Merkur und seine damalige Ehefrau 

Erina Prinzessin von Sachsen als Venus dargestellt.

Die weissen Türen ließ er mit goldenen Initialen versehen.

Von der ursprünglichen Möbilierung ist nichts mehr vorhanden und das Zimmer wird heute als Trauzimmer genutzt.

Spinat pflegte sein exentrisches Auftreten indem er  bei öffentlichen Anlässen oft in einer Fantasieuniform auftrat oder mit einem goldenen

Rolls-Royce Silver Shadow durch die Gegend fuhr.

Ein baugleiches Modell sehe ich später auf dem Hof stehen.

Dieses Fahrzeug kann zu besonderen Anlässen angemietet werden.

Wegen seiner Verdienste, um den Erhalt von Schloss Drachenburg, bekam Spinat das -Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland -verliehen.

Jetzt habe ich die Qual der Wahl. Gehe ich nach rechts oder links.

Ich entscheide mich für links und komme in die 

Arbeits,-Ankleide,-Schlaf-und Frühstückszimmer .

In seinem luxuriös eingerichteten Schlafzimmer hat "Stephan von Sarter"

nicht eine Nacht verbracht. Im Gegensatz zu seinen Gästen nächtigte er meistens im

"HOTEL DREESEN"

auf der anderen Rheinseite..

Ich gehe Richtung Nordturm und dort betrete ich das wunderschön eingerichtete 

"EHRENFREMDEN-APARTMENT".

Die helle Möbilierung, das Dekor in Aprikofarben und der Erker mit dem fantastischen Blick in das Rheintal, verleihen dem Raum eine freundliche und Wärme austrahlende Atmosphäre.

In der hellen Kasettendecke ist es gelungen die alten Schablonen teilweise wieder freizulegen oder zu restaurieren.

Nun tauche ich auf meiner Entdeckertour in den kargen Bereich ein, der den Dienstboten in früheren Zeiten vorbehalten war. Auf schmalen, steilen Treppen und engen Fluren im Haupturm geht es jetzt weiter.

Hier ist auch die gusseiserne Wendeltreppe zu sehen, die von Sarter als eine der neuesten Erfindungen seiner Zeit einbauen ließ.

Im Uhrenturm sind noch die Überreste der alten Turmuhr von

Colin & Wagner, Paris zu sehen.

Treppe rauf und Treppe runter...... Endlich auf dem Dachboden angekommen.

Auch diese Konstruktion ist 1882 etwas ganz besonderes. Hochmoderne Stahlkonstruktionen die bisher nur im

"KÖLNER DOM"

verwendet wurden. Das ist nicht verwunderlich, da einer der Architekten der Dombauschüler "WILHELM HOFFMANN" war. 

Etwas atemlos oben angekommen, ist es eine wirklich fantastische Aussicht, für die sich der Aufstieg wahrlich gelohnt hat.  Seht selbst.

Zwei Häuser fallen mir von hier oben noch auf.

Das erste mit Namen "ISOLDE" ist eines von dreizehn Blockhäusern die 

"JAKOB BIESENBACH"

(Besitzer von Schloss Drachenburg von 1903-1910) erbauen ließ.

Die dreizehn Häuser alle mit nordischen Namen, wie Tristan, Isolde und Wotan, versehen, waren als exclusive Ferienhäuser gedacht. Später wurden sie als Genesungsheime oder auch als Unterkünfte für die Schüler des Internats der -Christlichen Brüder- genutzt. Haus Isolde soll demnächst für museumspädagogische Zwecke und Veranstaltungen genutzt werden.

Das zweite ist der

"BURGHOF"

der ursprünglich auch zum Schloss Drachenburg gehörte. Er ist mittlerweile in Privatbesitz und soll restauriert werden.

1986 wurde das Schlossensemble unter Denkmalschutz gestellt.

Das Land Nordrhein-Westfalen erwarb Schloss und Park und übertrug es an die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz-, Heimat-und Kulturpflege. Seitdem wird das Schloss aufwändig restauriert und ist seit 2010 wieder für das Publikum geöffnet.

Zum Schluss bleibt noch die oben gestellte Frage:

"In einem Schloss zu wohnen?"

Ja auch das ist möglich.

Ein Appartment im Park

 und eine Suite im Schloss

können angemietet werden

Bilder von der Suite...

Nachdem ich die vielen Stufen wieder runter geklettert bin, verabschiede ich mich von meiner freundlichen Begleitung, die sich viel Zeit genommen hat um mir Schloss Drachenburg, seine wechselvolle und aufregende Geschichte, zu erläutern und näher zu bringen. Dazu hatte ich vorher eine Besichtigung für 6.00 Euro unter dem Motto:

"Entdecken Sie Schloss Drachenburg"

gebucht. 

Die Berg-und Talfahrt mit einer der ältesten Zahnradbahnen Deutschlands, der

"DRACHENFELSBAHN" 

kostete 10.00 Euro.

Auf dem Weg zur Drachenfelsbahn drehe ich mich noch einmal um.

Wie düster, stolz und trutzig sie über mir hoch aufragt. Jetzt macht sie ihrem Namen

"SCHLOSS DRACHENBURG"

wirklich alle Ehre.

Mein Fazit dieses Sonntags ist:

Jeder Euro, jede einzelne Stufe war/ist diese Besichtigung wert.

Ich habe das grosse Glück gehabt, das ich die einzige Teilnehmerin an dieser Tour war und hatte jede Möglichkeit alle Fragen dieser Welt zu stellen und auch viele Fotos zu machen.

Meine Begeisterung für dieses Schloss kann man sicherlich meinem Bericht entnehmen.

Ein toller, anstrengender, informativer Sonntag geht zu Ende.

Ich freue mich auf den Weihnachtsmarkt im Dezember und auf das Schlossleuchten im Januar 2018.

 

Eure

Kar So

PS. ........und wenn ihr schon auf Schloss Drachenburg seid, dann besucht auch 

die  "NIBELUNGENHALLE",   die  "DRACHENHÖHLE" 

und den  "DRACHENFELS"....

Am Schluss möchte ich diesmal auf zwei Fotoalben aufmerksam machen.

Einmal die Fotostrecke vom Sonntag und einmal als Einstimmung auf das

"SCHLOSSLEUCHTEN 2018"

Das Albun mit Bildern der Veranstaltung von 2016/17.

Viel Freude damit und wie immer der Hinweis:

Ein Klick auf die Bilder und es öffnen sich die Fotostrecken.

(auf dem PC kann zusätzlich noch eine Diashow gestartet werden. Ein Klick auf das erste Bild, mit dem Cursor auf den Pfeil und schon geht es los.)

Ein Tipp für die Adventszeit.

besucht die  

"EINZIGARTIGE WEIHNACHTSZEIT"

auf Schloss Drachenburg.

(Klick auf das Bild)

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