Die WARTBURG

-Burg der Legenden-

99817 Eisenach

Thüringen

Berichte über eine Reise durch HESSEN und THÜRINGEN im Herbst 2018 .

Heute besuche ich die Stätte

die  unweigerlich mit

dem -SÄNGERKRIEG-,

der -HEILIGEN ELISABETH-,

-MARTIN LUTHER-

und nicht zuletzt mit dem 

-FREIHEITSFEST DER  BURSCHENSCHAFT-

von 1817

in einem Atemzug genannt werden muß:

"Die WARTBURG"

Selten habe ich so viele Anekdoten und Legenden gelesen wie im

Zusammenhang mit der WARTBURG.

Es fängt schon mit der Entstehung an:

LUDWIG DER SPRINGER 

soll im 11. Jahrhundert bei einem Ritt durch den Wald des Wartberg's das

200m hohe Plateau gesehen und spontan ausgerufen haben:

"Wartberg du sollst meine Burg werden"

Der Berg befand sich zu dieser Zeit aber im Besitz eines anderen Herrn !!!

LUDWIG DER SPRINGER 

war ein Schlitzohr und ließ von

seinem Besitz Erde auf den Berg bringen um später unter Zeugen zu behaupten,

dass die Burg auf seinem Grund und Boden gebaut worden sei !!!

Am frühen Vormittag auf dem Parkplatz ( 5,00€) unterhalb der Burg angekommen

 fahre ich mit dem Shuttle kurz den Berg herauf und dann geht es durch die

 Zugbrücke in den NORDHOF der

WARTBURG.

Da mich auch das Innere der Burg brennend interessiert kaufe ich mir ein

Ticket (12.00 €)

für den Burgrundgang mit Palas, Museum und Lutherstube.

Auf dem Rundgang geht es vom Sockelgeschoß 1 und 2 mit den

imposanten Grabplatten ein paar Stufen hinauf 

durch den Ritter-und Speisesaal in die

ELISABETHKEMENATE.

Die Kemenate ist mit prächtigen Mosaikbildern,

orientalischen Leuchtern

und einem imposanten Kamin ausgestattet. 

Die Mosaiken spiegeln Momente im Leben der

HEILIGEN ELISABETH

wieder.

Die Ankunft der Brautwerber am ungarischen Königshof und der

symbolischen Verlobung der noch kindlichen Königstochter ELISABTH

 und dem Landgrafensohn LUDWIG.

Die Vermählung der beiden fand zehn Jahre später statt.

Auch einige Szenen ihrer Wohltätigkeit werden dort dargestellt. 

In der

ELISABETHGALERIE

werden durch die Fresken des Malers

MORITZ von SCHWINDT

die Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sind, weitere Episoden ihres Lebens,

wie z.B. das berühmte Rosenwunder, den Abschied von ihrem Gemahl,

der an den Kreuzzügen teilnahm und dort ums Leben kam ,

oder die Heiligsprechung im Jahr 1235, deutlich  dargestellt.

Weiter geht es in die Kapelle, die vor vielen Jahren 

durch einen Brand zerstört wurde.

Einzig das freigelegte Fresco erinnert an frühere Zeiten.

Der

fantastische SÄNGERSAAL

erzählt eine weitere Geschichte 

die auf der WARTBURG stattgefunden hat und zwar die vom legendären

SÄNGERKRIEG:

Es sollen sich im Jahr 1206 sechs Männer auf der Wartburg eingefunden haben die sich einen Wettstreit um den besten Lobgesang auf den 

Landgrafen HERMANN  lieferten.

Mit dabei waren so bekannte Dichter und Sänger wie

WOLFRAM von ESCHENBACH

HEINRICH von OFTERDINGEN

WALTER von der VOGELWEIDE.

v. OFTERDINGEN sang aber kein Loblied auf den Landgrafen sondern auf den

Babenberger LEOPOLD VI.

Der Landgraf war darüber so erzürnt, dass er v. OFTERDINGEN zum Tode verurteilte.

Die Landgrafengattin SOPHIE verhinderte dies indem sie v. O. unter ihren persönlichen Schutz stellte. 

(Wer gerne mehr über diese Geschichte lesen möchte s. Link unten.)

 

Im übrigen wird in der Oper

"TANNHÄUSER" von RICHARD WAGNER 

der SÄNGERKRIEG auf der WARTBURG thematisiert.

Der FESTSAAL

besticht durch seine Größe, prunkvolle Gemälde

und historischen Malereien an den Wänden.

Die opulente Kasettendecke verspricht bei Konzerten eine besonders gute Akustik.

Eine weitere interessante Geschichte ist, dass

König LUDWIG II. von Bayern  (auch der Märchenkönig genannt)

 im Mai 1867 die Wartburg  besuchte um Anregungen für den Bau von

SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN 

zu sammeln.

Besonders angetan hatten es ihm der SÄNGER-und FESTSAAL.

Daraufhin ließ er den Festsaal von SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN 

nach dem Vorbild des Saales der Wartburg  bauen.

 

Danach geht es in das Museum der Wartburg in der viele

geschichtliche Exponate, historische Instrumente,

 Gemälde u.a. von LUCAS CRANACH d. Ä.

Plastiken von TILMAN RIEMENSCHNEIDER

und

Möbel wie z.B der

sogenannte DÜRERSCHRANK,

das

FÜRSTENSCHLAFZIMMER

und die 

NEUE SCHAUBIBLIOTHEK

mit mehr als 800 Flugschriften LUTHERS und seiner

Zeitgenossen gezeigt werden..

Der

MARGARETHENGANG

hat auch eine besondere Geschichte:

Durch ihn floh MARGARETHE von STAUFFEN vor ihrem Gemahl ALBRECHT II. (dem Entarteten),

weil er sie ermorden wollte.

Da sie ihren Sohn FRIEDRICH (der Gebissene)

nicht mitnehmen konnte, biss sie ihn in die Wange, sodaß sie ihn später

an dem Mal wiedererkennen konnte.

....und zum Abschluß der Führung gibt es noch die

LUTHERSTUBE.

1521/22 hielt sich der Reformator MARTIN LUTHER unter dem

Namen "JUNKER  JÖRG" auf der WARTBURG versteckt.

In dieser Zeit übersetzte er das NEUE TESTAMENT

aus der griechischen in die deutsche Sprache.

Es ist übrigens die erfolgreichste Übersetzung der Welt.

Die Stube ist sehr spartanisch eingerichtet und ich suche,

wie viele andere Besucher vor mir,

vergeblich den berühmten Tintenfleck an der Wand.

Durch eine kleine Tür verlasse ich die Stube und bin wieder im Vorhof.

Puh, nach so vielen Eindrücken brauche ich erst einmal einen Kaffee

und nachdem ich noch ein bisschen über den Burghof geschlendert bin

kehre ich im BURGCAFE ein und mache eine kleine wohlverdiente Pause.

Noch etwas ist eng mit der WARTBURG verbunden:

Das WARTBURGFEST von 1817.

Zum 4. Jahrestag der VÖLKERSCHLACHT bei LEIPZIG

versammelten sich ca. 500 Studenten und Professoren auf der WARTBURG.

Außerdem jährte sich zu diesem Zeitpunkt der Thesenanschlag MARTIN LUTHERS zum 300 Mal.

817

Der Nebel hat sich mittlerweile gelichtet und die Sonne scheint.

Das verlockt mich zu Fuß den Berg herunter zum Auto zu gehen.

Einen kleinen Abstecher mache ich noch in den Rundweg

der unterhalb der Burg verläuft ,

schaue auf die hoch über mir aufragenden Mauern

und auf die wunderschöne Landschaft unter mir.

Am ROMANTIK HOTEL AUF DER WARTBURG 

vorbei bin ich bald am Parkplatz angelangt

und fahre gemütlich nach EISENACH

wo ich mich noch etwas umsehen möchte.

Erst im 19. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Bausubstanz nach Plänen des Architekten HUGO von RITGEN im historisierenden Stil

restauriert und durch Neubauten ergänzt. 

 

Es war für mich ein Erlebnis die WARTBURG 

die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört 

zu besuchen.

Man spürt bei jedem Schritt die 1000 Jahre wechselvolle Geschichte,

Sagen Mythen und Legenden die hinter den dicken Mauern stecken.

Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und ich habe noch nicht alles gesehen.

Also muß ich wohl noch einmal wiederkommen.

In diesem Sinne bis bald und vor allem:

Bleibt gesund

KarSo

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